Design Stories trifft auf Daniel Gava

Daniel Gava hat über 20 Jahre Berufserfahrung in der Designbranche. Er arbeitete in einschlägigen Positionen in den Abteilungen Marketing, PR und Verkaufs-Vorstand von international bekannten High-End-Möbelunternehmen.

Daniel ist außerdem Design Patron des Design Museums in London und Mitglied des RIBA (Royal Institute of British Architects). Derzeit ist er an mehreren spannenden internationalen Projekten beteiligt. Heute spricht er mit uns über den Showroom – ein Raum, in dem Dialoge zwischen Menschen entstehen können.

Ein Raum im Herzen von Clerkenwell war für uns eine strategische Entscheidung, da wir das Verständnis für unsere Kollektionen erhöhen, aber auch unsere Marke bekannt machen wollten: Wie sehr kann ein Showroom in London das Wachstum einer Marke und ihre internationale Anerkennung beeinflussen?

Vor allem London ist ein Marktplatz, der die lokalen Aktivitäten international verstärkt. Viele Trends in der Welt der Designprojekte haben hier ihren Ursprung und verbreiten sich dann in der restlichen Welt. Eine lokale Präsenz hilft dem Unternehmen, diese Trends aufzugreifen und sich zu eigen zu machen, indem es sie beispielsweise in Kommunikations-, Marketing- oder Produktaktivitäten umsetzt.

Die Verbreitung unserer Unternehmenskultur der Nachhaltigkeit ist eines unserer Hauptziele: Ist dies Ihrer Erfahrung nach ein wichtiges Thema für diejenigen, die unsere Produkte spezifizieren müssen? Könnte der Showroom dies erleichtern?

Der Showroom ist nicht nur ein Raum, der den Produkten gewidmet ist, sondern auch der Verbreitung der Unternehmenskultur, die mit dem ersten Kontakt des Showroom-Personals mit den Besuchern beginnt. Wenn ich weiß, dass ich Produkte spezifiziere, die von einem umweltfreundlichen Unternehmen hergestellt werden, habe ich den Vorteil, dass ich meine Wahl/Spezifizierung gegenüber dem Kunden schützen kann.
Bei einigen Projekten, insbesondere bei staatlichen, werden hohe Nachhaltigkeitsstandards verlangt: Die Auslage von Informationsmaterial zusammen mit den Produkten kann die Entscheidung des Architekten positiv beeinflussen.

Wie können wir unsere Interessenten in Unternehmensinitiativen einbeziehen und die Besucherzahlen in den Showrooms erhöhen?

Durch den Versuch, das kulturelle Erbe des Unternehmens bestmöglich zu nutzen und lokale Partnerschaften mit anerkannten Interessenten in der Region einzugehen, um sie an das richtige Zielpublikum weiterzugeben.
Durch das häufige Ändern des Layouts, um das Konzept eines dynamischen und nicht eines statischen Unternehmens nach außen hin zu vermitteln.

Hat das italienische Design auf dem heutigen Markt noch ein Mehrwert? Wie wichtig ist die Variable „Made in Italy“ bei einem Büroraumprojekt und wie kann ein Showroom dazu beitragen, „Made in Italy“, das im Allgemeinen mit Design und Qualität gleichgesetzt wird, auf dem Londoner Markt zu fördern?

Sie ist nach wie vor wichtig, aber Aufmerksamkeit allein ist nicht mehr notwendig, um Erfolg zu garantieren. Wir bewegen uns bereits in eine Richtung, in der Service und Zuverlässigkeit den Stil und die Herkunft der Produkte bedrohen. Und das meiner Meinung nach zu Recht.

Um die vorherige Frage umzukehren: Wie bequem ist es heute, ein Produkt zu entwickeln, das sich ein wenig vom Mainstream-Trend abhebt? Ist die Standardisierung des Produkts entsprechend dem Trend der Zeit immer erfolgreich?

Das ist sicherlich ein Wettbewerbsvorteil, denn wie ich bereits sagte, ist die Suche nach etwas Neuem und Alternativem ein wichtiger Faktor, aber man darf nicht den Fehler begehen, zu alternativ zu sein und die funktionalen und praktischen Aspekte des Produkts zu vergessen, auf die es letztendlich ankommt.

Glauben Sie, dass eine physische Präsenz hier in London die Entwicklung neuer, in Italien entworfener Produkte beeinflussen wird?

Absolut, so wie jedes Gebiet wichtige Hinweise auf die Vorliebe für bestimmte Stoffe, Accessoires oder Funktionen geben kann.
Das Kennenlernen lokaler Designer ist sicherlich positiv für das kulturelle Wachstum eines Unternehmens und seines Produktangebots.

Die Zahl der Showrooms in Clerkenwell steigt, wir wollten auch dabei sein. Glauben Sie, dass sich dieser Trend fortsetzen wird und wie kann er sich auf die Vertriebsstrukturen der Hersteller auswirken?

Sie haben eine gute Wahl getroffen. Der Trend entwickelt sich weiter, und auch hier hat sich die Geschäftsdynamik im Vergleich zu vor ein paar Jahren verändert. Heutzutage wird der direkte Kontakt mit den Mitarbeitern des Unternehmens bevorzugt, und das Unternehmen zieht es vor, seine Fähigkeiten als Hersteller zu zeigen, indem es ein breiteres Spektrum seiner Kollektionen in stilistisch kuratierten Räumen direkt von seiner Stilabteilung präsentiert.

Ermöglicht die große Anzahl von Showrooms eine tragfähige Koexistenz oder gibt es eine übertriebene Konkurrenz?

In London ist das Zusammenleben sehr gut, würde ich sagen, zumindest meiner Erfahrung nach. Wie bereits erwähnt, liegt der Schwerpunkt hier ganz pragmatisch auf der Kundenzufriedenheit und dem Service, und wenn die Verwirklichung eines Projekts die Zusammenarbeit zwischen zwei oder mehreren Unternehmen erfordert, ist diese Zusammenarbeit willkommen.

 

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